Aktuelles aus Allershausen

Der Bürgermeister informiert - Mai 2019

Liebe Allershausenerinnen und Allershausener,

 

die Osterfeiertage sind vorbei, damit auch die Schulferien und für den einen oder anderen auch der wohlverdiente Urlaub.
Ebenso liegt der 1. Mai hinter uns. Dieser wird auch als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder auch ganz einfach als Maifeiertag bezeichnet. Er ist in Deutschland und vielen anderen Staaten ein gesetzlicher Feiertag.
Eine alte Bauernregel besagt: „Regnets am 1. Maitag, viel Früchte man erwarten mag. Sind Philippus und Jakobus nass, hat der Bauer großen Spaß.“
Da der 1.Mai herrlichen Sonnenschein brachte, scheint es mit der Ernte heuer nichts zu werden.
Am 1. Mai werden traditionsgemäß in ganz Bayern Maibäume aufgestellt. So diesmal in unserer Gemeinde in Allershausen und in Tünzhausen. Während die Tünzhauser ihren Baum anscheinend gut bewacht haben, er ist nämlich nicht abhanden gekommen, und nach dem offiziellen Aufstellen im Unterdorf ausgiebig gefeiert wurde, ist er dem Allershausener Burschenverein und der Freiwilligen Feuerwehr gleich zweimal gestohlen worden!
Die Maibaumfreunde aus Sielenbach im Landkreis Aichach-Friedberg haben den richtigen Moment abgepasst, als die „Wachen“ beim Frühstück waren und den Baum entführt.
Anscheinend haben die Diebe die Situation bereits Tage zuvor ausgiebig ausspioniert, denn sie rückten am Freitag in der Früh zwischen 6:00 und 7:00 Uhr morgens aus, verluden den 29 m langen Maibaum auf zwei sogenannte „Nachläufer“ und verschwanden.
Sie wurden zwar dabei von einer nicht namentlich genannten Gemeinderätin dabei beobachtet, aber nicht gehindert!
Letztendlich einigte man sich dann bei den darauffolgenden Rückgabeverhandlungen darauf, dass die Diebe 3 Mass Bier und ein Essen pro Dieb bekommen sollten. Schnell war man sich dann einig, dass den Sielenbachern diese Auslöse im Rahmen des „Tanz in den Mai“ auf dem Festplatz übergeben werden sollte. So geschah es dann auch und die Sielenbacher rückten gleich mit einem vollbesetzten Bus an.
Damit aber nicht genug: die Allershausener „Maibaumbewacher“, die in der letzten Nacht auf Mittwoch, den 1. Mai, auf den gerade erst zurück erhaltenen Baum hätten aufpassen müssen, vernachlässigten ihre Pflichten und waren lieber auf dem Fest vertreten. So konnten die Petershausener Burschen, die ihrerseits auf dem Heimweg von den Auslöseverhandlungen in Schiedlambach einen spontanen Zwischenstopp in Allershausen einlegten, den nur von ein paar Autos verstellten Maibaum gleich wieder mitnehmen.
Aber auch hier waren die Auslöseverhandlungen schnell erledigt und so konnte das „Traditionsstangerl“ pünktlich zum 1. Mai in traditioneller Weise aufgestellt werden, bei schönstem Wetter und unter den Argusaugen vieler Zuschauer.
Wie Ihnen wahrscheinlich aus der Tagespresse bekannt ist, ist die „ILE Kulturraum Ampertal“ jetzt offiziell Öko-Modellregion.
Die von den beiden beauftragten Studenten Theresa Hautzinger und Jakob Zips ausgearbeitete Bewerbung fand bei der eingesetzten und unabhängigen Jury großen Anklang.
Im Rahmen eines feierlichen Festaktes wurde mir am Donnerstag, 2. Mai 2019, im Veranstaltungssaal des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München die offizielle Urkunde ausgehändigt. 
In dem Glückwunschschreiben von Frau Staatsministerin Michaela Kaniber stand zu lesen: „Ich freue mich sehr Ihnen mitteilen zu können, dass Ihr Gemeindebündnis …von mir…ausgewählt wurde und beglückwünsche Sie dazu ganz herzlich. Sie haben in einem überzeugenden Konzept dargelegt, wie sie den ökologischen Landbau sowie Regionalität und Nachhaltigkeit in ihrer Region umsetzen wollen.“
Und genau auf letztere Aussage möchte ich Sie ausdrücklich hinweisen!
Die Zielsetzung, auch die der anderen ausgezeichneten Gemeindeverbünde, ist, die Wertschöpfung und den Konsum von Lebensmitteln aus der Region anzuregen. Und zwar nicht nur für Bio-Lebensmittel. Es geht dabei auch um Aktivitäten zur Vermarktung sowie die Versorgung von sozialen Einrichtungen und Gastronomen mit regionalen Produkten. Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen für regionale Bio-Lebensmittel – aber nicht nur – sollen aufgebaut und gestärkt werden, um Perspektiven für landwirtschaftliche und handwerkliche Betriebe zu erhalten.
Intensive Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsangebote sollen Sie, liebe Mitbürger, und auch die anderen Menschen in der Region für das Thema Landwirtschaft sensibilisieren. So sollen Verbraucher und Erzeuger näher zueinander gebracht und gegenseitige Wertschätzung geweckt werden. Und das soll biologisch aber auch konventionell wirtschaftenden Landwirten zu Gute kommen.Die Unterstützung regionaler Wirtschaftskreisläufe, die Verknüpfung von Akteuren in der Region und die Vernetzung von Stadt und Land sind Teil einer nachhaltigen Regionalentwicklung und tragen dazu bei, den ländlichen Charakter der Region zu erhalten. Obwohl hinter der Bewerbung bislang der Gemeindeverbund „Kulturraum Ampertal e.V.“ steht, soll weiteren Gemeinden des Landkreises Freising die Möglichkeit offen stehen, Mitglieder bzw. Teil der Öko-Modellregion zu werden.Im Mittelpunkt einer Öko-Modellregion stehen die Akteure selbst. Ihre eigene Arbeitskraft ist nur zu oft im Alltagsgeschäft gebunden. So sollen Sie von der Einstellung einer Projektmanagerin oder Projektmanagers profitieren, die oder der beispielsweise bei der Erschließung von Fördertöpfen, bei der Vernetzung mit geeigneten Partnern, bei Bewältigung von bürokratischen Hürden oder bei der Öffentlichkeitsarbeit zur Seite stehen soll. 
Die Öko-Modellregion soll dabei helfen, Entwicklungsziele der Region umzusetzen. Dazu zählt es insbesondere, den ländlichen Charakter der Region durch eine starke dezentrale Wertschöpfung landwirtschaftlicher Produkte zu stärken, sowie durch die Unterstützung heimischer Projekte die Regionalität in der Nachbarschaft zur Metropole München zu wahren und eine lebenswerte Umwelt zu schützen. Die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft allgemein und der handwerklichen Lebensmittelverarbeitung dient dem Erhalt von Kultur und Kulturlandschaft. Innovative Direktvermarkter leisten dabei ihren Beitrag zur Nahversorgung und ein starkes Netzwerk von Akteuren, vom Erzeuger bis zum Verbraucher, fördert gegenseitiges Verständnis und erhöht so die Lebensqualität. Dies alles soll die nachhaltige Entwicklung der Region unterstützen und fördern. 
Die Menschen in der Region bekommen die Chance, Erzeuger und Produkte aus ihrer Heimat kennenzulernen und letzteres selbstverständlich auch zu kaufen und zu konsumieren!
Für jede der Aktionen, z.B. die Kooperation von Landwirten, Lebensmittelhandwerkern sowie Hotellerie und Gastronomie oder die Verarbeitung von Bio-Getreide aus der Region in örtlichen Bäckereien, gibt es bereits konkrete Interessenbekundungen auf beiden Seiten.
Das Gebiet der ILE-Ampertal umfasst derzeit rund 35 km² mit über 80.000 Einwohnern.
Ich appelliere an Sie als potenzielle Kunden, Bewusstsein für den Aufbau eines regionalen Versorgungsnetzes mit Lebensmitteln zu entwickeln!
Sie als Verbraucher sind gefragt!
Ich möchte es auch nicht versäumen, dem Hauptinitiator, Michael Popp, seinem Mitstreiter, Ralph Huber und v. a. den beiden Studenten der TU München, Theresa Hautzinger und Jakob Zips, die in vielen Einzelgesprächen das Konzept für die Bewerbung ausgearbeitet hatten, ganz herzlich zu danken!
Damit will ich es für dieses Mal bewenden lassen.

Ihr

Rupert Popp

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